Donnerstag, 16. März 2017

Roundup Sri Lanka


Ihr könntet jetzt denken: Mann, wir haben doch jetzt schon gefühlt hundert Postings über Sri Lanka gesehen, jetzt wissen wir doch alles über das Land. Aber ich sage Euch: Ihr wisst noch lange nicht alles. Und selbst nach zwei Wochen Rumgereise habe ich noch nicht annähernd alle Facetten vom wunderschönen Sri Lanka kennengelernt. Aber trotzdem gibt es noch eine Menge zu erzählen und vor allem zu sehen.

Das Faszinierende für mich war nämlich vor allem die Vielfalt. Es gab eher kühle Bergregionen, ein paar hundert Kilometer weiter wiederum schönste Strände mit blauem Himmel und noch ein bisschen weiter Wildnis pur. Da fühlte ich mich fast ein bisschen wie in der afrikanischen Savanne. Und wie vielfältig Sri Lanka wirklich ist, will ich Euch jetzt noch ein aller allerletztes Mal zeigen...


Wohin geht Eure nächste Reise?

Samstag, 11. März 2017

Tom Yum Soup

Asiatisch essen ist für mich immer ein bisschen wie Urlaub. Da fühle ich mich gedanklich zurückversetzt an thailändische Strände, eine warme Brise im Haar, Sonne satt auf der Haut und angenehme Schärfe auf der Zunge. Ja, ich liebe das. Spätestens seitdem wir knappe drei Wochen in Thailand waren und dort sogar die Gelegenheit hatten, an einem unfassbar lehrreichen Kochkurs teilzunehmen, könnte ich mindestens einmal die Woche genau das essen: Thaifood. Weil ich mich dabei wohl fühle und mich gleichzeitig auch noch richtig gesund ernähre. Und glücklicherweise haben wir nicht weit von unserer Wohnung eine Art vietnamesischen beziehungsweise thailändisches Viertel, wo man ganz wunderbar die typischen regionalen Zutaten kaufen und so perfekt Originalrezepte nachkochen kann. Und diesmal ist es eine Tom Yum-Suppe geworden.

Das braucht Ihr:
500 Gramm Garnelen
3-4 Tomaten
2 Stängel Frühlingszwiebeln
3 Stängel Zitronengras
300 Gramm Champignons
zwei Zwiebeln
zwei Chilischoten
bei Bedarf: Thai-Auberginen (mag aber nicht jeder...)
frischen Thai-Ingwer Gagant
4-5 Zitronenblätter (die gibt es in Asia-Supermärkten meistens nur tiefgefroren...)
eine Limette
Koriander
Fischsoße
Kokosnussmilch
Tom Yum Paste

Und so geht's:

Als Erstes schneidet Ihr die Stängel Zitronengras in der Mitte durch und drückt sie mit einem großen Messer platt, damit sich das Amora entfalten kann. Den Thai-Ingwer schält Ihr und schneidet ihn in grobe Scheiben. Die Chilischoten schnippelt Ihr in kleine Würfel. Das Ganze gebt Ihr für zirka sechs bis sieben Minuten in ein Liter kochendes Wasser. Zwischendurch könnt Ihr das ganze Gemüse – also die Tomaten, die Pilze, die Thai-Auberginen und die Zwiebel in grobe Stücke schneiden. Jetzt holt Ihr alles Grobe aus dem Wasser raus und schmeißt das Gemüse und die Garnelen rein. Noch mal ungefähr zehn Minuten kochen lassen. Dann ungefähr 35 Gramm Tom Yum Paste dazugeben und mit frisch gepresstem Limettenwasser, Fischsoße, ein Schuss Kokosnussmilch, Koriander und Frühlingszwiebeln abschmecken. Und... Schmecken lassen!


Was ist Euer liebstes Thai-Rezept?

Sonntag, 19. Februar 2017

My Lovely Mommy

Eigentlich bin ich so gar kein kitschiger Mensch. Im Gegenteil. Ich werde bei kitschigen Situationen eher affig und mir fällt es leider oft auch sehr schwer, Gefühlskram in Worte fassen. Ich hoffe dann immer, dass meine Taten schon zeigen, wie lieb ich denjenigen habe. Manchmal habe ich dann aber doch das Gefühl, das mal sagen zu müssen. Und damit ich nicht heule wie ein Schlosshund, hab ich mich dazu entschlossen, dass einfach mal aufzuschreiben. Quasi einen Brief zu schreiben. Einen Liebesbrief an meine liebste Mama. Also seid vorgewarnt: Jetzt wird's kitschig.
 
"Liebste Mama. Ohne dich, deine Erziehung, Fürsorge und ja – auch deinem Gemecker und Ermahne wäre ich nicht das, was ich heute bin. Du hast mich immer unterstützt, mir bei meinem Lebensweg geholfen, mich gefördert, mich getröstet, wenn es nötig war, in allen Situationen unterstützt und mir immer mit Rat zur Seite gestanden. Und das obwohl ich bestimmt nicht immer einfach war. Ja, ich weiß. Du magst das Wort Pubertät gar nicht gerne. Aber diese Pubertät. In dieser ominösen Pubertät war ich leider ziemlich oft ziemlich grantig zu dir. So grantig, dass ich mich sogar zu cool fühlte, um mit meiner eigenen Mama auf die Straße zu gehen. Aber hey, sind wir mal ehrlich. Andererseits war es dir auch zu peinlich, mit deiner sich voll punkig-fühlenden Tochter in zerrissenen Jeans rauszugehen. Irgendwie waren wir uns da also total einig. Puh!
  
Und deswegen will ich danke sagen. Danke, dass du meine Mama bist. Danke für all die schlaflosen Nächte, die du wegen mir über dich ergehen lassen musstest, weil ich Tag für Tag immer und immer wieder zu dir rübergetapselt bin, obwohl ich dafür schon viel zu alt war. Danke dafür, dass du mich ohne eine Sekunde zu zögern vom Ferienlager abgeholt hast, weil ich so ein kleines Muttikind war und dich schon nach zwei Tagen viel zu dolle vermisst habe. Danke, dass du mir mein Auslandsjahr in Dublin ermöglicht hast, obwohl es dir fast das Herz rausgerissen hat, dass deine Pauline nicht jeden Tag bei dir sein kann. Danke, dass du mir auch heute noch bei bürokratischem Kram hilfst, weil ich dafür viel zu dumm und ehrlich gesagt auch viel zu faul bin. Und danke, dass du meinen liebsten Mann behandelst, als wäre er dein eigener Sohn. Das macht mich glücklich. Und stolz. Stolz darauf, dass du meine Mama bist. Die beste auf der ganzen Welt. Ich hab dich lieb. Deine Pauline."

Na toll, jetzt habe ich doch dolle Pipi in den Augen. Aber hey, wenn die Mama schon mal Fünfzig wird, kann man sowas schon mal schreiben. Ach ja, diesen 50. hat sie übrigens auch ziemlich fett gefeiert. Und das sah so aus... 

Fotos: Friedrich Bungert

Seid Ihr auch so stolz auf Eure Mamas wie ich?

Donnerstag, 16. Februar 2017

Religious Diversity

Golden Temple in Dambulla

Ich muss gestehen: In meinem Leben spielt Religion so gut wie gar keine Rolle. Eigentlich ist sogar das gelogen. Sie spielt nicht nur so gut wie gar keine, sondern genau gar keine Rolle. Ich bin weder getauft, noch wird in Berliner Schulen regulärer Religionsunterricht angeboten. Klar, ich bin zu Weihnachten schon das ein oder andere Mal in der Kirche gewesen und habe mich in Sachen Religion belesen und sogar für ein halbes Jahr bei freiwilligem Religionsunterricht teilgenommen, das war's dann aber auch schon. Und auch in meinem Freundes- und Familienkreis habe ich keine Berührung mit Religion.

Umso interessanter finde ich es dann immer, wenn ich auf Reisen mit verschiedensten Religionen in Kontakt komme und live erleben kann, wie die jeweiligen Kulturen diese ausleben. Sri Lanka war in Sachen Religion besonders interessant. Dort gibt es vier große Glaubensrichtungen, die komplett problemlos nebeneinander existieren und ausgelebt werden. Und das hat mich echt fasziniert. Dort findet man eben nicht nur buddhistische Tempel, sondern genauso muslimische Moscheen und niemanden stört es, an wen oder was der jeweils Andere glaubt. Es ist einfach ein friedliches, angenehmes Miteinander.

Am meisten verbreitet ist in Sri Lanka der Buddhismus. Es gibt aber auch Regionen, wo die Leute hinduistisch oder muslimisch leben. Und von der vierten Religion habe ich vorher tatsächlich noch nie was gehört. Diese Religion oder besser – dieses Volk – heißt Tamilen. Tamile erkennt man in Sri Lanka daran, dass sie – egal, ob Mann oder Frau – diesen typischen roten Punkt auf der Stirn tragen. Außerdem sprechen sie eben nicht singalesisch, sondern Tamil und sind leider meistens auch sehr arm, weil sie hauptsächlich der bäuerlichen Bevölkerung angehören. Und diese Religionsgemeinschaft existiert auf der ganzen Welt tatsächlich auch nur in Sri Lanka, im Süden Indiens und teilweise auch in Malaysia und auf Mauritius.

Am sehenswertesten waren aber trotzdem ganz klar die buddhistischen Tempel in Sri Lanka. Das Besondere dort. Tempel werden immer auf dem höhesten Punkt des Dorfes in Bergfelsen eingebaut. Es ist also eine tolle Mischung aus natürlich und prunkvoll. Und in Sri Lanka ist es wichtig, dass in jedem Dorf ein Buddha von oben über das Dorf wacht. Deshalb muss man teilweise ziemlich lange Wanderungen auf sich nehmen, bevor man beten kann oder wie wir – sich die Tempelanlage anschauen kann. Diese Wanderungen haben sich aber voll und ganz gelohnt. 

Zahntempel in Kandy

Seid Ihr religiös? Und wie lebt Ihr Eure Religion aus?

Dienstag, 14. Februar 2017

The Silence In Prague

Ich hab da mal wieder eine Perle in Sachen Bücher für Euch: Die Stille in Prag von Jaroslav Rudis. Normalerweise würde ich Euch an dieser Stelle detailiert beschreiben, worum es in dem Buch geht. Normalerweise. In diesem Fall werde ich darauf verzichten. Weil man das Buch einfach nicht in ein paar Sätze zusammenfassen kann. Ich kann Euch nur soviel sagen: Ich liebe die Art, wie Jaroslav das Buch geschrieben hat und wie die vielen einzelnen Charaktere innerhalb der Geschichte miteinander verwoben werden, obwohl man anfangs noch sicher dachte, dass das einzelne voneinander unabhängige Kurzgeschichten sind. Ihr solltet also unbedingt mal in den Buchladen Eures Vertrauens laufen und dieses wunderbare Buch mitnehmen. Glaubt mir: Es lohnt sich.


Welche Bücher könnt Ihr mir derzeit empfehlen?

Samstag, 11. Februar 2017

Family Evening

Ich bin mir sicher: Diesen Abend werde ich nie in meinem Leben vergessen. Denn: Ich wurde tatsächlich selten so unfassbar liebevoll in einer fremden Familie aufgenommen, wie in Sri Lanka. Aber fangen wir von vorne an: Als unser Fahrer Madu uns fragte, ob wir Lust hätten den Abend bei einer seiner Großtanten und ihrer Familie zu verbringen, um dort Abendbrot zu essen, stand für uns sofort fest: Klar, wollen wir das! In Restaurants kann man ja ständig gehen. Wir wollten es 'real'. Und wir bekamen es 'real'. Nachdem wir zu dritt in einem minikleinen Tuck Tuck gequetscht regelrecht durch den Wald buchsiert wurden, kamen wir endlich bei der kleinen Lehmhütte – die nicht mal Strom hatte und mitten im Nichts lag – an und wurden der Familie vorgestellt. Anfangs waren alle schüchtern, aber trotzdem unfassbar höflich. Das lag vielleicht auch daran, dass keiner der Familie auch nur annähernd Englisch sprechen konnte. Die nächsten paar Stunden mussten wir uns also mit Händen und Füßen verständigen und waren auf die Hilfe von Madu angewiesen. Aber was soll ich Euch sagen: Es hat funktioniert. Und das sogar ziemlich gut. So gut, dass wir direkt beim Kochen mithelfen durften und sie uns genau gezeigt hat, wie so ein typisch singalesisches Curry gekocht wird.

Und da wird wirklich alles – ja – alles komplett alleine gemacht. Da gibt es eben keine vorgefertige Kokosnussmilch für die Soße. Die muss selber gemacht werden. Also ab in den Garten, eine Kokosnuss ernten, das Ding zerteilen, das leckere Wasser raustrinken und dann die Nuss raspeln. Und aus diesen frischen Kokosraspeln, die wir sonst nur auf Raffaelos kennen, wird die Milch gemacht. Wie? Die Raspeln werden auf ein Tuch gelegt, darauf wird vorsichtig immer wieder ein bisschen Wasser gemacht und dann wird das Zeug zusammengequetscht, bis die Milch durch das Handtuch tropft. Faszinierend sag ich Euch. Wirklich! Denn wenn ich ehrlich bin, dachte ich bis dahin immer, dass die Milch irgendwie direkt in der Kokosnuss drin ist. Ich weiß: Asche über mein Haupt. Aber ich wusste es tatsächlich nicht besser.

Und so ging es dann weiter: Wir haben Reisbandnudeln komplett alleine gemacht, typisches Brot gebacken, Gemüsepfannen über offenem Feuer gekocht und natürlich das berühmte Curry zubereitet.  Toll war das. Sogar so toll, dass ich diesen Tag wirklich nie nie niemals vergessen werde.


Hattet Ihr auch schon mal so ein magisches Urlaubserlebnis? Und wenn ja, was war es?

Mittwoch, 8. Februar 2017

Cold As Ice


 Ja! Ich bin ein von fernwehgeplagtes Mädchen, das ständig Hummeln im Hintern hat und nur darauf wartet, bis endlich der nächste Urlaub vor der Tür steht. Aber nun ist es ja leider so, dass das Leben kein riesengroßer Urlaub ist. Zu schade eigentlich. Aber es gibt ja noch Wochenenden. Und die kann man ganz hervorragend für Kurztrips innerhalb Europas oder Deutschlands nutzen. Und wenn man dann sogar noch Familie und Freunde überall verteilt hat, ist das natürlich gleich doppelt praktisch. Und so kam es auch, dass wir vor knapp zwei Wochen im bayrischen Winter Wonderland gelandet sind und das sehr genossen haben. Denn: Wir hatten regelrechtes Kaiserwetter.

Und weil dieses Kaiserwetter ja mittlerweile durch Schmuddelwetter ersetzt wurde, nehme ich Euch jetzt einfach mal gedanklich mit. Stellt Euch vor, Ihr wacht morgens in einem kuschelig warmen mit viel Holz und kleinen kitschigen Decken verzierten, typisch bayrischen Hotelzimmer auf, schiebt die dicken Vorhänge zur Seite und müsst direkt die Augen zusammenkneifen, weil Euch dieser dicke gelbe Ball da am Himmel direkt ins Gesicht blinzelt. Ihr hüpft ins Bad, werft Euch in Euren schönsten Zwiebellook – weil da draußen zwar die Sonne ordentlich scheint, das Thermometer aber trotzdem dicke fette Minusgrade anzeigt – und könnt es kaum erwarten rauszugehen, in diese wunderschöne Landschaft. Eine kurze Autofahrt später findet Ihr Euch in den Bergen unter schönsten Sonnenschein wieder, wandert durch die Landschaft, albert kindisch mit Schneebällen rum und könnt Euch an dem wundervollen Anblick gar nicht satt sehen. Und dann freut Ihr Euch ein klitzekleines bisschen, dass es ja zum Glück Kameras gibt, die diese wundervollen Momente für die Nachwelt festhalten können...


Mögt Ihr den Winter oder seid Ihr eher Sommerkinder?